von chris_35 » 20.04.2018, 19:22
Hallo allerseits,
heute kam ein kleines Paket an, darin alte Hefte des „
Reisemobil-magazin“.
Man fängt an zu blättern und springt sogleich einmal gute 40 Jahre zurück. Und in jedem Heft etwas über Arnold, sei es als Anzeige oder im redaktionellen Teil.
Also legen wir los. Wir schreiben das Jahr 1977. Mercedes hat gerade seinen neuen
Transporter T 1, den Bremer, auf den Markt gebracht. Die Reisemobilausbauer stürzen sich auf den Wagen, eine Unzahl von Varianten entsteht. Von Firmen, die man heute noch kennt und welchen, bei denen man nicht weiß, ob es jemals mehr als zwei, drei Ausbauten wurden. Und mittendrin ist Josef Arnold mit seinem Fahrzeugbau in Ravensburg, der 1977 jenes Mobil auf just dieser Bremer-Basis entwickelt, das wir noch heute so gerne fahren.
Allerdings ist es im Heft Nr. 2 (März/April 1977) noch nicht so weit. In einer kleinen Anzeige erscheint noch der „alte“ Arnold auf Düdo-Basis (Abb. 1).
Aber ein Heft später (Nr. 3, Mai/Juni 1977) taucht der RM 35, RM 40 und RM 40 L schon als Ahnung erstmals auf. „Das neue Programm“ wird angekündigt. Zwar noch kein Foto, aber eine – zugegebenermaßen nicht ganz perfekte – Zeichnung in einer Anzeige (Abb. 2) und dieselbe Zeichnung noch einmal in der Rubrik „Reisemobil-PARADE“ im redaktionellen Teil (Abb. 3). Einen Preis gibt es noch nicht, „auf Anfrage“ heißt es. Die kleine Zeichnung enthält bereits die charakteristischen Züge des zukünftigen Arnolds. In Ravensburg wussten sie also schon sehr genau, wie er aussehen soll, nur hatten sie eben offensichtlich noch keinen fertig.
Es dauert noch ein wenig, denn auch im Heft Nr. 4 erscheint noch einmal die Anzeige mit der Zeichnung. (Und wenn man sich diese noch einmal etwas genauer anschaut, war mit Sicherheit auch nie eine Hinterradlenkung und statt des Mercedes-Sterns ein Peace-Zeichen vorgesehen. Aber vielleicht haben sich die Ingenieure und Marketingmenschen der Konkurrenz doch ein wenig erschrocken. Schließlich sind wir in den wilden 70er Jahren ...)
Aber dann in Heft Nr. 5 (September/Oktober 1977) endlich mehr. Die Redaktion stellt „Die neuen Reisemobile mit Stern“ vor und ist so entzückt von der Schönheit des Arnolds, dass sie ihn als „Reisemobil-Mannequin“ bezeichnet (Abb. 4). Außerdem zum Schluss des Artikels ein Foto der neuen Arnolds auf Bedford und Mercedes und gegenüber eine Anzeige von Arnold, in der nun die Zeichnung erstmals durch ein Foto ersetzt wurde (Abb. 5). Es ist jenes Foto, das wir auch von anderen frühen Arnold-Publikationen kennen und zu dem Peter B. hier jüngst feststellte, „dass der Arnold im Prospekt noch nicht vollständig fertiggestellt ist. Es fehlen z.B. Sitze im Fahrerhaus und die Vorhänge!“. (In: „Der Fluchtzwerg RM 35 bj 78“ im Archiv Marktplatz)
Dieses Foto taucht dann auch wieder recht prominent – immer noch ohne Sitze und Vorhänge - im nächsten Heft (Nr. 6 November/Dezember 1977) in einem Bericht über die Neuheiten des 16. Internationalen Caravan Salons in Essen auf. Arnold wird nun direkt mit Hymer verglichen und auf eine Stufe gestellt (Abb. 6). Ob der vermeintlichen Gleichartigkeit kann sich die Redaktion das Wortspiel „Arnhym“ nicht verkneifen. In Ravensburg werden sie darüber vielleicht noch geschmunzelt haben, in Bad Waldsee wahrscheinlich weniger.
Viele Grüße
Christoph
Abb. 1:
Abb. 2:
Abb. 3:
Abb. 4:
Abb. 5:
Abb. 6:

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Hallo allerseits,
heute kam ein kleines Paket an, darin alte Hefte des „[i]Reisemobil[/i]-magazin“.
Man fängt an zu blättern und springt sogleich einmal gute 40 Jahre zurück. Und in jedem Heft etwas über Arnold, sei es als Anzeige oder im redaktionellen Teil.
Also legen wir los. Wir schreiben das Jahr 1977. Mercedes hat gerade seinen neuen [url=https://de.wikipedia.org/wiki/Mercedes-Benz_T_1]Transporter T 1, den Bremer[/url], auf den Markt gebracht. Die Reisemobilausbauer stürzen sich auf den Wagen, eine Unzahl von Varianten entsteht. Von Firmen, die man heute noch kennt und welchen, bei denen man nicht weiß, ob es jemals mehr als zwei, drei Ausbauten wurden. Und mittendrin ist Josef Arnold mit seinem Fahrzeugbau in Ravensburg, der 1977 jenes Mobil auf just dieser Bremer-Basis entwickelt, das wir noch heute so gerne fahren.
Allerdings ist es im Heft Nr. 2 (März/April 1977) noch nicht so weit. In einer kleinen Anzeige erscheint noch der „alte“ Arnold auf Düdo-Basis (Abb. 1).
Aber ein Heft später (Nr. 3, Mai/Juni 1977) taucht der RM 35, RM 40 und RM 40 L schon als Ahnung erstmals auf. „Das neue Programm“ wird angekündigt. Zwar noch kein Foto, aber eine – zugegebenermaßen nicht ganz perfekte – Zeichnung in einer Anzeige (Abb. 2) und dieselbe Zeichnung noch einmal in der Rubrik „Reisemobil-PARADE“ im redaktionellen Teil (Abb. 3). Einen Preis gibt es noch nicht, „auf Anfrage“ heißt es. Die kleine Zeichnung enthält bereits die charakteristischen Züge des zukünftigen Arnolds. In Ravensburg wussten sie also schon sehr genau, wie er aussehen soll, nur hatten sie eben offensichtlich noch keinen fertig.
Es dauert noch ein wenig, denn auch im Heft Nr. 4 erscheint noch einmal die Anzeige mit der Zeichnung. (Und wenn man sich diese noch einmal etwas genauer anschaut, war mit Sicherheit auch nie eine Hinterradlenkung und statt des Mercedes-Sterns ein Peace-Zeichen vorgesehen. Aber vielleicht haben sich die Ingenieure und Marketingmenschen der Konkurrenz doch ein wenig erschrocken. Schließlich sind wir in den wilden 70er Jahren ...)
Aber dann in Heft Nr. 5 (September/Oktober 1977) endlich mehr. Die Redaktion stellt „Die neuen Reisemobile mit Stern“ vor und ist so entzückt von der Schönheit des Arnolds, dass sie ihn als „Reisemobil-Mannequin“ bezeichnet (Abb. 4). Außerdem zum Schluss des Artikels ein Foto der neuen Arnolds auf Bedford und Mercedes und gegenüber eine Anzeige von Arnold, in der nun die Zeichnung erstmals durch ein Foto ersetzt wurde (Abb. 5). Es ist jenes Foto, das wir auch von anderen frühen Arnold-Publikationen kennen und zu dem Peter B. hier jüngst feststellte, „dass der Arnold im Prospekt noch nicht vollständig fertiggestellt ist. Es fehlen z.B. Sitze im Fahrerhaus und die Vorhänge!“. (In: „Der Fluchtzwerg RM 35 bj 78“ im Archiv Marktplatz)
Dieses Foto taucht dann auch wieder recht prominent – immer noch ohne Sitze und Vorhänge - im nächsten Heft (Nr. 6 November/Dezember 1977) in einem Bericht über die Neuheiten des 16. Internationalen Caravan Salons in Essen auf. Arnold wird nun direkt mit Hymer verglichen und auf eine Stufe gestellt (Abb. 6). Ob der vermeintlichen Gleichartigkeit kann sich die Redaktion das Wortspiel „Arnhym“ nicht verkneifen. In Ravensburg werden sie darüber vielleicht noch geschmunzelt haben, in Bad Waldsee wahrscheinlich weniger.
Viele Grüße
Christoph
[b]Abb. 1:[/b]
[img]http://up.picr.de/32450687jz.jpg[/img]
[b]Abb. 2:[/b]
[img]http://up.picr.de/32450688lf.jpg[/img]
[b]Abb. 3:[/b]
[img]http://up.picr.de/32450689vt.jpg[/img]
[b]Abb. 4:[/b]
[img]http://up.picr.de/32450690ru.jpg[/img]
[b]Abb. 5:[/b]
[img]http://up.picr.de/32450691sc.jpg[/img]
[b]Abb. 6:[/b]
[img]http://up.picr.de/32450693gq.jpg[/img]
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